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wein / MITTELBURGENLAND Von der Plattform in den Weingärten in Horitschon hat man einen tollen Ausblick. Roland Velich vom Weingut Moric (u.). lassen sich viele der Spitzenlagen seit dem Mittelalter genau belegen. Zudem wäre es aus Sicht der Konsumenten durchaus wünschenswert, mehr über die Herkunft der Trauben zu erfahren als Fantasiebezeichnungen, denn die Böden, auf denen die Blaufränkisch-Reben wurzeln, sind höchst unterschiedlich. Und dies findet schließlich auch in den Weinen und ihren aromatischen Ausprägungen seinen Niederschlag. Seit dem Jahrgang 2005 gibt es die geschützte Herkunft »Mittelburgenland DAC«, die der Rebsorte Blaufränkisch vorbehalten ist. Die Bestimmungen des DAC schränken den Gebrauch der Lagenbezeichnungen etwas ein, weil man bei DAC mit Riedbezeichnung kein neues Holz verwenden und der Alkoholwert 13,5 Prozent nicht übersteigen darf. Erst in der DAC-Reserve-Kategorie ist dies möglich, hier darf der Wein dafür erst ab dem 1. März des zweiten auf die Ernte folgenden Jahres auf den Markt gebracht werden. < »Vin Anton«. Diese Kategorie ist ideal und bietet tolle Weine für den glasweisen Einsatz, da bekommt der Kunde wirklich was geboten. Im Ultra-Premium-Bereich der Roten aus mehreren Sorten findet man die Cuvée »Kerschbaum« (seit 1999) oder Albert Gesellmanns »G« – Weine von Weltklasseformat, die nur in den allerbesten Jahrgängen auf die Flasche kommen. International finden die Cuvées hingegen etwas weniger Anklang, als dies im Inland der Fall zu sein scheint. Der reinsortige Blaufränkisch bietet hier eher die Möglichkeit, sich mit einer originären Sorte zu etablieren. Und so rückte dieser in den vergangenen 15 Jahren immer stärker in den Vordergrund. Parker-Reviewer David Schildknecht bewertete den »Moric Alte Reben Neckenmarkt« 2006 mit 95 Punkten, gefolgt von Schiefers »Reihburg« 2006 und Prielers »Goldberg« 2006 mit jeweils 94 Punkten und öffnete so den internationalen Markt. Blaufränkisch wurde ein Thema für eine engagierte junge Sommelier-Generation. Mit 96 Parker-Punkten für den Blau- fränkisch »Alte Reben Lutzmannsburg« 2015 sorgte Roland Velich für die höchste Bewertung eines Blaufränkisch bei »The Wine Advocate« bis heute – die deutschen Lemberger inklusive. DAC = SICHERE HERKUNFT Im Gegensatz zu den anderen bekannten Blaufränkisch-Gebieten Österreichs stellen die Winzer des Mittelburgenlands die jeweilige Riede als genaueste Herkunft nicht zwingend in den Vordergrund, dabei IN ZUKUNFT WERDEN DIE RIED-NAMEN BEIM BLAUFRÄNKISCH EINE WICHTIGE ROLLE SPIELEN – DIE LAGE MACHT DEN UNTERSCHIED. ENTSCHEIDENDE LAGE Bei genauerer Betrachtung könnte auch eine von jeher gepflegte Rivalität zwischen Deutschkreutz, Horitschon und Neckenmarkt eine Rolle dabei spielen, welche Lagen ein Winzer verwendet und betont, während er andere hinter Pseudonamen verklausuliert. Denn recht oft besitzt man einen exzellenten Weingarten in einem der »Konkurrenz-Orte«. Daher noch kurz ein Blick auf die wichtigsten Rieden des nördlichen Teils des Mittelburgenlands: • Wenn Clemens Reisner vom Weingut Hans Igler seinen Topblaufränkisch mit »Birii« bezeichnet, bezieht sich der Name auf das »Alte Weingebirge« in Neckenmarkt. Das ist die Kernzone der ehemaligen Herrschaftsweingärten und liegt in den historischen Rieden Hochberg, Fabian und Goldberg an der östlichen Staatsgrenze zu Ungarn, allesamt Böden mit hohem Ton- und Kalkanteil. • Goldberg und Hochberg sind zweifellos die Grand-Cru-Lagen für Blaufränkisch in Deutschkreutz. Der Hochberg ist ein Südwesthang mit mittelschweren Lehmböden und hohem Tonanteil oben und unten sowie sandigem Lehm mit einem ausgeprägten Kalkanteil am Hang. < Fotos: OeWM_Marcus Wiesner, Rigaud 46 falstaff nov 2020
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