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Falstaff Magazin Österreich 01/2022

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spirits / GRAPPA Mit seinem Anspruch an ausschließlich bestes Ausgangsmaterial und einen hohen technischen Standard beim Brennen hat Vittorio Capovilla seit den 1970ern den Grappa auf ein neues Qualitätsniveau gehoben. Grappa hatte in der Vergangenheit nicht den besten Ruf – und das wohl zu Recht. Denn die Gesetzgebung Italiens ist bei Wein zwar sehr streng, bei Grappa aber mehr als lax. Auf dem Etikett eines Grappa müssen demnach nämlich nur drei Informationen angeführt sein: dass es sich beim Inhalt um Grappa handelt, der Alkoholgehalt und das Fassungsvermögen der Flasche, basta. Das ist sehr wenig und macht es naturgemäß leicht, Konsumenten mit minderwertigen Produkten hinters Licht zu führen. Schuld an der weit verbreiteten Skepsis gegenüber Grappa sei dementsprechend auch vor allem fehlendes Wissen über die Bandbreite an Qualitäten, ist Francesca Nonino überzeugt. Die junge Friaulerin steht für die sechste Generation der traditionsreichen Brennerfamilie Nonino und hat, salopp formuliert, Grappa im Blut. »Der Tresterbrand gehört zur Geschichte Italiens und ist ein großartiger Beweis dafür, dass man aus einem Abfallprodukt etwas Einzigartiges und Großartiges schaffen kann«, so Francesca Nonino. »Man kann ihn sehr vielfältig genießen: jung oder gereift, klar oder goldfarben, pur oder in Cocktails. Grappa macht immer Freude!« Vielfalt ist das Zauberwort der Stunde und auch der Grund, weshalb inzwischen wieder vermehrt junge Menschen zum Tresterbrand greifen. Hat man etwa die Möglichkeit, eine Grappa-Vertikale zu degustieren, wird man rasch feststellen, dass jeder Grappa unterschiedlich ist. Aromen von Blumen, Früchten oder Gewürzen kommen je nach Kreszenz hintergründig, dann wieder sehr präsent zum Ausdruck und ergeben so eine höchst reichhaltige Palette an Geschmäckern. Beeinflusst werden all diese Geschmacks nuancen primär durch die destillierten Trester – je frischer und feuchter, desto besser. DIE INSPIRATION FÜR ITALIENS NEUE GRAPPA-HOCHKULTUR KAM ZU EINEM GUTTEIL VON BRENNEREIEN AUS DEUTSCHLAND UND ÖSTERREICH. Fotos: Shutterstock, beigestellt, Alex Filz, iStockphoto / Getty Images 94 falstaff feb–mär 2022

»Reinsortiger Grappa sollte immer die Aromen der destillierten Rebsorte widerspiegeln. Für mich muss Grappa außerdem trocken sein, das heißt ohne Zugabe von Zucker. Ich möchte ein pures und unverfälschtes Trinkerlebnis«, sagt Alexander Ortler. Der rührige Südtiroler ist einer der Shooting-Stars in Italiens junger Brennerszene. Er brennt am heimischen Hof in Girlan mit einem holzbefeuerten 150-Liter- Kupferkessel. In seine Destillate kommt nur erstklassige Tresterqualität. Für seinen Grappa verwendet Ortler ausschließlich die Trester der Spitzenlinien von Südtirols Kellereien: »Hervorragend eignen sich aromatische Rebsorten wie Goldmuskateller oder Gewürztraminer. Die geben dem Grappa eine tolle Fruchtsüße und kommen bei den Konsumenten sehr gut an.« Inspiriert wurde Ortler vom Grappa- Großmeister Vittorio Capovilla. Der Alexander Ortler hat sich dem Grappa als »möglichst purem und unverfälschtem Geschmackserlebnis« verschrieben. JE FRISCHER UND FEUCHTER DIE DESTILLIERTEN TRESTER, DESTO BESSER UND AUSDRUCKSSTÄRKER WIRD DER GRAPPA. frühere Vertreter für önologische Maschinen begann um das Jahr 1975, Frucht- und Tresterbrände auf höchstem Niveau zu destillieren. Importiert – oder besser gesagt: geschmuggelt – hat er die Brennblasen, in Einzelteile zerlegt, über die österreichisch - italienische Grenze, um zu Hause im Veneto die besten technischen Voraussetzungen für die Herstellung hochqualitativer Brände zu haben. Orientiert hat sich Capovilla dabei an den Brennereien in Deutschland und vor allem Österreich, wo bereits damals mit viel mehr Hingabe und Akribie gebrannt wurde. Denn in Italien wurde bis in die 1980er-Jahre so ziemlich alles destilliert, was in der landwirtschaftlichen Produktion übrigblieb. Bei Capovilla kam hingegen von Anfang an nur das beste Ausgangsmaterial in den Brennkessel, egal, ob Trester oder Früchte. Manchmal fuhr er < Französische Eiche verleiht dem Grappa von Berta exquisite Noten, die Lichtinstallationen im Keller machen einen Besuch auch für die Augen zum Erlebnis. feb–mär 2022 falstaff 95

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